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Zapfsäule der ehem. Tankstelle Westerhoff

Adresse

Stiftsstraße 17
48739 Legden - Asbeck
Website: https://www.legden.de/Skulptoura23

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Weitere Informationen

Charakteristische Merkmale

Bei dem Objekt handelt es sich um eine Zapfsäule für Kraftstoffe der Firma AVIA. Das Metallgehäuse ist weiß und zeigt im unteren Drittel den Schriftzug AVIA in roter Farbe. Darunter verlaufen zwei schmale Bänder in den Farben rot und weiß. Der Sockel ist in Rot gehalten. Im oberen Drittel befindet sich ein Anzeigen-Sichtfenster für zwei Kraftstoffsorten. Dementsprechend hat die Säule auf beiden Seiten je einen Zapfstutzen. Die Zapfsäule stammt aus den 1970er Jahren.

Die Zapfsäule der „Tankstelle Westerhoff“ ist bedeutend für die Gemeinde Legden, weil sie anschaulich die Geschichte der örtlichen Versorgung mit Kraftstoff, die an dieser Stelle seit etwa dem 1930er Jahren Bestand hat, dokumentiert.

Die als kleiner Familienbetrieb geführte Tankstelle, zu der ehemals auch eine Reparaturwerkstatt gehörte, verkaufte in den Anfängen Benzin der Fa. LEUNA. Nachdem die Tankstelle während des zweiten Weltkrieges wegen Benzinmangel geschlossen werden musste, erfolgte die Wiedereröffnung mit in den Jahren wechselnden Benzinmarken. 1974 wurde die Tankstelle modernisiert und die hier in Rede stehende Zapfsäule der Benzinmarke AVIA installiert.

Die Firma AVIA wurde 1929 in der Schweiz als Vertriebsgesellschaft mittelständischer Kraftstoffgroßhändler, deren Mitgliedsfirmen ihr Benzin unter einheitlicher Marke verkaufen, gegründet. Das gemeinsame Symbol ist der rote Schriftzug. In Deutschland wurde die Marke 1955 eingeführt.

Für Legden-Asbeck ist die „Tankstelle Westerhoff“ bereits zu einem Stück Heimatgeschichte geworden, da sie neben der jahrzehntelangen Versorgung mit Kraftstoff auch der dörflichen Kommunikation dient. Für die Bevölkerung ist die Zapfsäule mit dem alten Fachwerkhaus im Hintergrund und der Linde daneben zu einem festen Identifikationspunkt geworden.

Die Zapfsäule ist ferner für die Entwicklungsgeschichte der Benzinversorgung von Bedeutung. Sie dokumentiert beispielhaft die Kraftstoffabgabe einfachster Art, wie sie in Form öffentlicher Zapfsäulen an den 1920er Jahren besteht, durch die rasante Entwicklung der Tankstellen und zwar zunächst in Form von kleinen Tankhäuschen und überdachten Tankinseln bis hin zu modernen Großtankstellen mit unterschiedlichem Serviceangebot heute aber weitgehend verdrängt worden ist. Dies gilt auch für den westfälischen Raum, so dass das hier in Rede stehende Objekt mittlerweile Seltenheitswert hat.

Auch ist das Objekt Ausdruck für eine zeitgenössische Gestaltung von Zapfanlagen. Hierauf ist besonders hinzuweisen, da bedingt durch die seit Januar 1999 geltende gesetzliche Vorgabe, Zapfsäulen auf Benzindampfrückführung umzurüsten, zukünftig noch betriebene alte Anlagen durch neue ersetzt werden und damit auch die Zapfsäule der 70er Jahre aus dem öffentlichen Bereich verschwinden wird.

Für eine Erhaltung und Nutzung des Objektes sind wissenschaftliche, besonders orts- und heimatgeschichtliche sowie technikgeschichtliche Gründe zu benennen.

Darüber hinaus ist die Zapfsäule in dem bestehenden Ensemble mit dem alten Wohnhaus und der Linde überaus ortsbildprägend.

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